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Die aktuelle Situation an den Energiebeschaffungsmärkten

An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen kurzen Einblick in die aktuellen Entwicklungen an den Energiebeschaffungsmärkten geben.

Hintergrund

Energielieferanten beschaffen die Energiemengen, die sie an Endkunden verkaufen, i.d.R. zu einem großen Anteil vor Belieferungsbeginn am sogenannten Terminmarkt. Die Terminmarktpreise orientieren sich in Deutschland stark an der Handelsbörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig für Strom und der Powernext in Paris für Gas. Das Preisniveau an diesen Handelsplätzen ist folglich ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Beschaffungskosten von den Strom- und Gasmengen, die Energielieferanten an ihre Endkunden weiterverteilen.

Die Entwicklung des Beschaffungspreises am Strommarkt

, Maintal-Werke GmbH

Seit Ende des letzten Jahres ist ein deutlicher Trend der Verteuerung von Terminmarktpreisen für Stromprodukte an der Handelsbörse EEX zu beobachten[1]. Wenn man das Preisniveau vom Beginn des Jahres 2017 mit dem von Ende August 2018 vergleicht, hat sich bspw. der Preis des Produkts Base 2019 nahezu verdoppelt.

Als Ursachen für diesen Preisanstieg werden u. a. genannt:

  • Der hohe Kohlepreis und die damit verbundene Verteuerung der Stromproduktion in Kohlekraftwerken.
  • Der starke Anstieg der Preise für Emissionszertifikate aufgrund der Reformpläne der EU. Betreiber von Gas- und Kohlekraftwerken für die Stromproduktion sind verpflichtet diese „Verschmutzungsrechte“ zu kaufen.

Die Entwicklung des Beschaffungspreises am Gasmarkt

, Maintal-Werke GmbH

Analog zeigt sich am Gasmarkt eine ansteigende Entwicklung, wenn man bspw. das Terminprodukt NCG 2019 heranzieht. Hier hat sich der Preis im selben Zeitraum um ca. 30% verteuert. [2]

Als Ursachen für diesen Preisanstieg werden u. a. genannt:

  • Gas steht zunehmend im internationalen Wettbewerb, da es als Flüssiggas weltweit verschifft werden kann. Derzeitig gibt es eine starke Gasnachfrage im asiatischen Raum.
  • Förderkürzungen von Gasmengen in den Niederlanden. Geplant ist das größte europäische Gasfeld in Groningen auf Sicht zu schließen.

Fazit

"An den Energiebeschaffungsmärkten vollziehen sich fundamentale Änderungen, die aktuell zu einem hohen Preisniveau bei der Beschaffung von Strom- und Gasmengen geführt haben. Dies birgt für Energielieferanten eine große Herausforderung bei der Tarifkalkulation für das bevorstehende Lieferjahr. Trotz den steigenden Preisen an den Beschaffungsmärkten sind wir zuversichtlich unseren Kunden marktgerechte Produkte anzubieten", so Wilfried Weber - Geschäftsführer der MWG.

 

[1] Die Preisdaten sind unter dem folgenden Link abrufbar: https://www.eex.com/de/marktdaten/strom/futures/phelix-deat-futures#!/2018/08/29

[2] Preisdaten sind unter dem folgenden Link abrufbar: https://www.powernext.com/futures-market-data


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