Begehung des Hochbehälters, Mike Bender für die Maintal-Werke ©
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Sanierungsarbeiten am Trinkwasserhochbehälter in der Hochstädter Hartig stehen vor dem Abschluss

Rundgang Nummer zwei: Nachdem die Maintal-Werke GmbH (MWG) dem TAGESANZEIGER im vergangenen Jahr kurz nach Beginn der Sanierungsarbeiten exklusive Einblicke in den Trinkwasserhochbehälter in der Hochstädter Hartig gegeben hatte, haben wir nun wieder reingeschaut in Maintals Wasserquelle. In der inneren Kammer stehen die Arbeiten kurz vor dem Abschluss.

Begehung des Hochbehälters, Herr Mike Bender für die Maintal-Werke
Begehung des Hochbehälters

Im Eingangsbereich sieht alles nach wie vor nach Baustelle aus, doch im Inneren des Hochbehälters hat sich seit unserer letzten Visite im vergangenen Oktober einiges verändert. Neblig ist es in der inneren Kammer, deren Wände schneckenförmig angelegt sind. Und angenehm kühl noch dazu, eine willkommene Erfrischung angesichts der drückenden Hitze, die draußen, vor dem Eingang in das „Ufo in der Hartig“ herrscht.

Der Nebel resultiert aus dem Wasserdampf, der bei den derzeitigen Reinigungsarbeiten entsteht. Denn der Wasserbehälter ist im Grunde fertig und muss nur noch gesäubert werden. Doch es handelt sich nicht um eine übliche Reinigung, wie man sie vielleicht vom heimischen Hausputz kennt: „Es muss keimfrei sein. Wohlgemerkt, keimfrei, nicht keimarm“, verdeutlicht Kai Vahnenbruck von der MWG beim Rundgang.

Die Gründlichkeit bei den Arbeiten merken auch die Besucher, die an dem Rundgang teilnehmen: Sie müssen die zur Verfügung gestellten Gummistiefel zunächst in ein Wasserbecken eintauchen, um nicht Schmutz von außen in die Kammer hineinzutragen. Mit dabei bei der Erkundung sind Bürgermeisterin Monika Böttcher, Erster Stadtrat Ralf Sachtleber, MWG-Geschäftsführer Wilfried Weber, Frank Krause und Thilo Trumpfheller, die beiden Geschäftsführer der Maintal Beteiligungs GmbH (MBG), Andreas Stahl von der Firma Aquastahl, die den Zement für die Kammerwände produziert hat, Andreas Ohmann und Norman Schneider vom ausführenden Planungsbüro Unger Ingenieure sowie Vahnenbruck und Markus Heuser von der MWG.

Noch sitzt beziehungsweise läuft man beim Rundgang durch die Kammer auf dem Trockenen – logischerweise. Nach Abschluss der Grundreinigung in etwa zwei Wochen folgt dann die erste Belastungsprobe: Trinkwasser wird auf einen Meter Höhe eingelassen und 48 Stunden stehen gelassen, beschreibt Vahnenbruck den Teilnehmern der Besichtigung. Anschließend werden Wasserproben an mehreren Stellen der Kammer genommen und weitere 48 Stunden gewartet. Ist das Ergebnis positiv, sprich keimfrei, wird weiteres Wasser hineingefüllt. Dann wird die Wasserqualität nochmals geprüft. Ein aufwändiges Verfahren, aber es handelt sich ja schließlich um Maintals Trinkwasser. Sind die Proben abermals in Ordnung, geht die innere Kammer des Hochbehälters nach knapp einem Jahr Bauzeit – die Sanierung startete im September 2017 – wieder in Betrieb.

Rund 3,8 Millionen Euro lässt sich die MWG die Sanierung kosten, die noch bis Frühjahr 2019 dauern wird. Denn wenn die innere Trinkwasserkammer wieder ans Netz gegangen ist, kommt die äußere Kammer dran.

Das Material, das bei der Erneuerung der Wände der Kammer verwendet wurde, heißt Aquazem. Es handelt sich um einen Baustoff, der komplett undurchlässig ist. Das muss er auch sein, denn es soll einerseits ja kein Wasser versickern und andererseits kein Material ins Wasser gelangen. Die Methode, mit der dieser extrem dichte Zementmörtel hergestellt wird, stammt laut Andreas Stahl aus der Römerzeit – was für nachvollziehbarer Verblüffung bei den Rundgangteilnehmern sorgt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts seien Trinkwasserbehälter auch noch mit diesem Material ausgekleidet worden, ehe diese Methode verloren ging – und dann eben wiederentdeckt wurde. Die Firma soll übrigens die einzige sein, die mit diesem Verfahren arbeitet. Warum? „Es ist halt sehr aufwändig“, sagt Stahl. Allein im Hochstädter Behälter habe man rund 250 Tonnen von dem Zementmörtel „reingeballert“. Das Ganze soll jetzt für die nächsten 50 Jahre halten – mindestens. Das Trinkwasser wird dennoch einmal im Jahr abgelassen: für die regelmäßigen Reinigungsarbeiten.

 


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